Blaue Stunde über Leipzig

Frank Neumann

Was ist die Blaue Stunde?

Als blaue Stunde bezeichnet man die Zeit zwischen Sonnenuntergang und der Dunkelheit der Nacht. In dieser Zeit nimmt der Himmel eine besondere Farbe an. Je nach Voranschreiten von einem helleren zu einem ganz dunklen Blau, fast schwarz. Gerade in der Fotografie ist diese zeit sehr beliebt. Weil man hier wirklich wunderschöne und farblich beeindruckende Bilder aufnehmen kann.

Es ist noch nicht stock finster und die Motive sind noch erkennbar. Schatten werden nur von künstlichem Licht geschaffen, welches je nach Farbtemperatur einen wunderschönen Farbkontrast zum dunklen Blau des Himmels ergibt. Besonders eindrucksvoll erscheinen Bauwerke, welche von innen Beleuchtet sind und somit Licht aus den Fenster tritt.

Was benötige ich zum Fotografieren.

Vieles kann man heutzutage mit dem Smartphone fotografieren. Wird es aber dunkel kommen die kleinen Dinger schnell an Ihre Grenzen. Denn dann sind auch die digitalen Helfer am Ende Ihrer Möglichkeiten. Die Belichtungszeit für Aufnahmen in der Blauen Stunde sind wesentlich länger als 1/30s und somit von Hand nicht mehr frei von Verwacklungen zu tätigen. Also solltet Ihr auf alle Fälle ein Stativ dabei haben um der Kamera einen festen Stand zu bieten. Außerdem ist ein Fernauslöser, egal ob Funk oder mit Kabel sehr nützlich. Denn bei Langzeitbelichtungen ist schon das Auslösen eine Verwacklung.

Um ganz perfekt vorzugehen, vorausgesetzt Eure Kamera bietet dieses Feature solltet Ihr die Spiegelvorauslösung aktivieren. Somit fällt auch die leichte Erschütterung wenn der Spiegel eine Spiegelreflexkamera  hoch klappt weg. Dieser wird dann beim ersten Drücken des Auslösers und beim zweiten Auslösen beginnt die eigentliche Belichtung.

Ganz wichtig ist auch das Fotografieren im manuellen Modus denn nur so könnt Ihr die Einstellungen für Belichtungszeit und Blende selber regeln. Andernfalls wird die Kamera immer versuchen das Bild durch eine Hohe ISO oder extrem lange Belichtung so hell wie möglich zu machen. Als ISO wähle ich prinzipiell 100. So vermeide ich von vorherein unschönes Rauschen was bei Hohen ISO Werten schnell auftritt. Meine Canon EOS 5D Mark IV ist dahingehend zwar sehr gut aber viele Kameras vor allem preiswertere Bedanken sich für hohe ISO zahlen mit starkem Bildrauschen.

Als Objektiv würde ich immer zu einem Weitwinkel raten. Je nachdem wie weit Ihr von Eurem Motiv entfern seit, bietet Euch das Weitwinkel einen breiten Bildausschnitt und die Möglichkeit viel vom Motiv und vom Himmel zu vereinen. Beschneiden könnt Ihr es später am PC immer noch.

Nun sucht Euch noch ein schönes Motiv, am besten mit viel Sicht auf den Himmel und hofft auf wenig Wolken. Denn mit einem wolkenloser Himmel wirken die Bilder in der Blauen Stunde noch eindrucksvoller.  Auch wenige bis gar keine Menschen sind von Vorteil, denn bedenkt, dass diese sich meist bewegen und wenn wir 20 Sekunden belichten werden wir keine Personen mehr erkennen, sondern Schlieren (Geisterbilder) welche in unserem Motiv nur stören würden. Diese lassen sich heute zwar leicht entfernen ( z.b. mittels Photoshop) aber bei vielen Personen wird das eher schwierig.

Nun heißt es für Euch probieren, probieren probieren.  Wobei…. an der Blende muss man nicht soviel herum experimentieren. In den allermeisten Fällen benötigt man ja eine große Schärfentiefe. Das bedeutet, dass soviel wie möglich von Vordergrund bis zum Horizont scharf abgebildet wird. Ich verwende dafür meist die Blende 11-13.
Habt Ihr also die ISO auf 100, die Blende auf 11 oder 13, braucht Ihr nur noch mit der Verschlusszeit (Belichtungszeit) zu testen welche das beste Ergebnis liefert. Da die Blaue Stunde in unseren Breitengraden nicht ewig geht (meist so 30-60 Minuten) und währenddessen sich auch die Helligkeit und damit die Farbe des Himmels weiter verändert, müsst Ihr die Verschlusszeit bei weiteren Aufnahmen permanent anpassen.

Ein paar Beispiele von mir:

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