Focus Stacking… was ist das ?

Focus Stacking bei Makros ist eine Methode um die sehr geringe Schärfentiefe mit Hilfe mehrerer Bilder, mit unterschiedlichem Focus, zu kompensieren.

Wenn ich ehrlich bin, habe ich bis vor wenigen Tagen auch noch nichts Focus Stacking gewusst. Ich benötigte es auch bisher nicht. Nachdem ich mir aber nun ein Marco Objektiv gekauft habe, wurde das Thema Focus Stacking für mich interessant.

Gerade in der Makrofotografie ist die Schärfentiefe sehr gering. Dies ist auf die große Brennweite und sehr kurzer Distanz zum Objekt zurückzuführen. Veranschaulicht gesagt, fotografiert man eine Fliege frontal, sind die Augen scharf, der Körper bzw. die Flügel aber kaum noch zu sehen. Um diese Problematik noch weiter zu verdeutlichen findet Ihr nachfolgend ein Bildbeispiel.

Auf dem Bildbeispiel seht Ihr zwei Fotos. Beider Bilder sind von ein und derselben Position aufgenommen wurden. Weder ISO, Blende noch Brennweite wurden verändert. Einzig der Focus wurde anders gesetzt. Hier könnt Ihr sehen, wie kurz bzw. schmal der Schärfeverlauf in der Makrofotografie ist. Um nun das gesamte Objekt scharf abbilden zu können bedarf es eines Tricks. Besser gesagt einer technischen Hilfe.

Stack 1Stack 2
Man fotografiert das Objekt mehrere Male, je nachdem wie groß / räumlich es ist. Meine finale Komposition entstand aus 10 einzelnen Bildern. jedes dieser Einzelbilder hatte einen anderen Fokus. Wichtig hierbei ist es, dass sich das Objekt während der Aufnahmen nicht bewegt. Zumindest nicht wesentlich. Dass die Kamera dabei auf einem Stativ oder Ähnlichem stehen sollte ist ebenso wichtig wie eine Fernauslösung. Ich habe meine Kamera auf einen Stuhl gelegt und mittels Canon App den Focus bestimmt und ausgelöst.

Hat man alle Bilder gemacht kommt nun das eigentliche Stacking. Dazu bedient man sich einer Software.
bekannte Vertreter sind:

  • Adobe Photoshop (habe ich verwendet)
  • Helicon Focus
  • Zerene Stacker
  • Combine ZP (Freeware)

Auf der Seite www.drs-informatik.de oder Traumflieger.de findet Ihr auch einen Test aller Programme mit Stärken und Schwächen. Adobe Photoshop macht dann eigentlich fast alles automatisch. Auf dem verlinkten Youtube Video von Patrik Spiesecke wird die Herangehensweise sehr schön und ausführlich erklärt. Für die von Euch, welche sich jetzt kein ganzes Video deswegen anschauen wollen sei in Kürze gesagt. Photoshop importiert die Bilder als Ebenen und richtet sie nach dem Motiv aus. Damit liegen alle Bildmotive genau übereinander. Danach schaut Photohop in allen Ebenen nach den scharfen Bereichen, maskiert diese und blendet den Rest aus. Am Ende hat man eine Komposition, welche sämtliche scharfen Bereiche aus allen Bildern/Ebenen verein und ein nahezu komplett scharfes Abbild des Hauptmotives liefert. Leichte Nacharbeiten sind natürlich immer noch möglich, aber mein Foto hat keine weiteren nacharbeiten bekommen.

Das Ergebnis:

Auf dem rechten Foto könnt Ihr nun das Finale Ergebnis meines ersten Focus Stacking Versuches „bestaunen“.

Focus Stacking Final