Wunderschöne Wildnis, realer Alltag

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Wunderschöne Wildnis, realer Alltag

Anders als 2007 und 2009 entschieden wir uns dieses Mal nicht mit dem Flugzeug die Massai Mara zu besuchen, sondern buchten bei den Beachboys am Strand eine 3-Tages Safari nach Tsavo Ost und West, um uns die wunderschöne Wildnis dort anzuschauen.

Diese Nationalparks sind vom Diani Beach aus mit dem Auto zu erreichen und unterscheiden sich grundlegend von der Landschaft der Mara. So wurden wir am Sonntagmorgen um 6 Uhr am Hotel abgeholt.

Straße nach NeirobiWie erwartet klappte alles reibungslos. Ali, der Verkäufer vom Strand holte uns persönlich ab und war die nächsten 3 Tage zugleich unser Guide. Normalerweise werden auf diesen Touren Gruppen mit bis zu 6 Personen zusammengestellt. Gegen einen kleinen Aufpreis kann man diese Tour aber auch privat durchführen. Das bedeutet, ein Minivan ganz für uns allein. Gerade auf Safari von Vorteil, da man sich in den Parks, beispielsweise beim Fotografieren, mit anderen Gästen nicht um die beste Sicht streiten muss. Außerdem wird es zu sechst plus Gepäck für 3 Tage reichlich Souvenirshopeng in so einem Bus, zumal die Fahrt normalerweise gute 5 Stunden dauert. Dass es auch etwas länger dauern kann werden wir auf der Heimfahrt noch zu spüren bekommen. Der Minivan sah für kenianische Verhältnisse recht gut aus. Dem deutschen TÜV bräuchte man ihn jedoch sicher nicht vorstellen.

Eine kleine Störung am Magnetschalter des Anlassers wurde auch relativ spontan durch das Abklemmen der Batterie „behoben“. Man kann das Auto ja auch laufen lassen. Natürlich gab es auch einen obligatorischen Stop an einem Souvenirladen, gut für einen Kaffee trinken und den Toilettenbesuch.

Tsavo Ost

Tsavo Ost Gate Die erste Unterkunft war die Sentrim Lodge in Tsavo Ost. Eine wunderschöne kleine Lodge inmitten des Nationalparks. Vor der Lodge ist ein Wasserloch an welchem sich viele Tiere, unter anderem Büffel, Elefanten, Antilopen, Gazellen, Paviane in einem permanenten Wechsel erfrischen.

Dies alles kann man wunderschön vom Restaurant der Lodge oder Zebraauch von der Verranda der Zelte aus bestaunen. Auf den abendlichen und morgendlichen Game Drives gab es aber noch sehr viel mehr zu bestaunen. Allein die Landschaft ist ein Traum.

Elefanten am WasserlochDie Nacht im Zelt hielt für uns ebenfalls einzigartige Eindrücke parat. Man kann sich kaum vorstellen, wie viel unterschiedliche Geräusche an diesem Ort durch die Nacht dringen.Wer meint Elefanten würden trompeten, liegt damit nicht gänzlich falsch, viel imposanter ist jedoch das laute tiefe Brummen, was beinah dem Gebrüll eines Löwen gleicht.

Tsavo West

Salt Lick LodgeNach einem sehr guten Frühstück führen wir am nächsten Morgen weiter nach Tsavo West. Die beiden Parks trennen gut 90 kenianische Autominuten. Dort, auf ca. 1500 m Höhe angekommen, bot sich uns ein völlig anderes Bild. Herden hunderter Zebras und Büffel besiedeln die weitläufigen Ebenen. Untergebracht waren wir dieses Mal in der Salt Lick Lodge.

Eine wunderschöne Lodge auf Pfählen errichtet mit einem Elefanten ganz nahfaszinierenden Panorama über das weite Land mit vielen Wasserlöschern und gesäumt von großen Bergketten. Die Lodge selbst hat ebenfalls eine eigene Wasserstelle, sodass uns im Foyer der Lodge nur 3m Wasser von den Elefanten trennten. Man könnte meinen man ist im Zoo, aber dem ist nicht so. Mit Blick auf die Ausstattung und dem Komfort ist die Lodge eher mit einem Hotel zu vergleichen, als mit einer typischen Safari Lodge. Nur morgens merkt man, dass man doch irgendwo in der Wildniss ist, wenn die Angestellten einem verbieten vor Sonnenaufgang nach draußen zu gehen. Bis 6:30 Uhr bleiben alle Türen verschlossen. Das ist wohl auch besser so, denn einen Zaun oder ähnliches, was die Tiere abhalten könnte, gibt es in den Lodges meist nicht.

Nach einer abendlichen Pirschfahrt, der Übernachtung und einer weiteren Pirschfahrt vor dem Frühstück ging es dann auch schon wieder Richtung Diani Beach.

Die Rückfahrt

MenschenUm 9:00 Uhr Machten wir uns auf den Heimweg, 5 Std. hatte unser Guide für die Fahrt ins eigentliche Hotel eingeplant. Die ersten 20-30 km bis in die Stadt Voi waren auch recht zügig abgerissen. Zwischendurch ereilte uns eine kleine Polizeikontrolle, ein „Jambo“ zu der netten Polizistin und fertig. In Voi angekommen versuchten wir, als europäische Nikotinsüchtige, noch Zigaretten zu kaufen. Dafür fuhr uns der Fahrer bis ins Zentrum, wo sich eine Art Marktplatz befand. Ich stieg aus um die ortsansässigen „Supermärkte“ abzuklappern.

Zigaretten bekam ich leider nicht, dafür aber unvergessliche VoiEindrücke aus dem Alltag der Kenianer und das Gefühl als Ausländer angestarrt zu werden. Bis jetzt ist mir völlig unklar wie sie mich erkannt haben 😊

StreetSo ging es weiter auf der Hauptverkehrsader nach Mombasa, immer schön parallel zu einer, von den Chinesen erbauten ICE Trasse. Die riesigen Bahnhöfe waren alle menschenleer. Auf meine Frage, ob die Zugstrecke Mombasa –  Nairobi schon in Betrieb sei, antwortete man mir ganz stolz ja, jeden Tag um 9 fährt ein Zug in jede Richtung. Nur könnten sich die meisten Kenianer ein Ticket nicht leisten. Dies ist schon absurd genug, aber es kommt noch besser.

Mombasa besitzt den zweitgrößten Hafen Afrikas und hat ein riesiges DonkeyContaineraufkommen. Diese werden ausnahmslos mit einem LKW auf jener Straße nach Nairobi transportiert, auf welcher auch wir fuhren. Von Mombasa in die Binnenländer Afrikas. Das dies ja auch mittels der tollen Eisenbahnstrecke geschehen könnte brachte unseren Guide zum Lachen. Er antwortete: “ Wenn ich habe LKW und Fahrer dann viel billiger als Zug“. Das sagt wohl Alles.

RegenMittlerweile fing es stark an zu regnen und die Straße war brechend voll mit LKW. Durch den Regen reduzierte sich deren Geschwindigkeit auf 20-30 km/h. Einige waren auch schon von der Piste gerutscht und standen im Schlamm. 35 km vor Mombasa ging dann nichts mehr. Der Verkehr stand. SlumsDies sei der normale Stau für Mombasa sagte man uns. Aber ein kenianischer Fahrer kennt nicht nur die Straße… vorbei an Ziegen, Kühen und  Eselkarren ging es im Safaristyle weiter. So kamen wir Mombasa doch Stück für Stück näher.

TrashSeit dem 28.8. sind Plastiktüten in Kenia streng verboten. In den Vororten von Mombasa und auch in der Stadt selbst sah  man auch warum. Eine Stadt kann dreckig sein, aber das hier ist eine andere Dimension. Kein Strauch, kein Ast an dem nicht irgendwelcher Plastikmüll baumelt.

MombasaDa das Thema Zigaretten noch nicht abgehakt war, gaben wir uns noch die volle Ladung und fuhren bis ins Zentrum von Mombasa, eine kleine Stadtrundfahrt sozusagen.

Letzten Endes kamen wir nach knapp 8 Stunden Fahrt völlig erschöpft wieder im Hotel an. Aber trotz der Strapazen würden wir es jedem empfehlen und auch selbst immer wieder tun.

Von | 2017-09-22T14:08:57+00:00 September 21st, 2017|Allgemein|0 Kommentare

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